Förderer, fördert Talente!

Und doch ist nichts Falsches daran, unser Filmfördersystem generell zu hinterfragen. Es ist sogar dringend notwendig. Soviel steht fest: Förderer sollen das Unmögliche möglich machen. Sie sollen gegenüber der Politik ihre Existenzberechtigung unter Beweis stellen, Standorteffekte nachweisen, die kreative Szene vor Ort pflegen. En détail bedeutet das: Der Produzentenverband möchte ein produzentenorientiertes Kino gefördert haben, die Dokumentaristen verlangen mehr Fördergelder für ihre Projekte, das Arthouse-Kino soll angemessen vorkommen, die Autorenfilmer/innen der ersten Stunde wollen berücksichtigt werden, die künstlerisch orientierten Low-Budget-Filmer ebenfalls, und natürlich soll der Nachwuchs gefördert und außerdem noch ein Zugang für Quereinsteiger freigehalten werden. Kurz: Die Förderer sollen aus der Sicht der Filmbranche – hier: der Antragsteller – die „richtigen“ Förderentscheidungen treffen. Hat ein Filmemacher/Produzent eine Förderung erhalten, ist er natürlich auf die jeweilige Institution gut zu sprechen. Wird sein Antrag abgelehnt, ertönt der Ruf nach strukturellen oder personellen Veränderungen. Und obwohl sehr viel Fördergeld in Deutschland vorhanden ist – für allereicht’s nicht, in Berlin schon gar nicht.

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Veröffentlicht unter Allgemein
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