Beruf: Regisseurin

Lang, lang ist es her: Vor über 30 Jahren setzten sich in Berlin Frauen aus allen Bereichen der Filmbranche zusammen, gründeten den Verband der Filmarbeiterinnen und forderten 50% aller Filmfördermittel für Frauen sowie eine geschlechterparitätische Besetzung der Fördergremien. Eine Forderung des Verbandes – nämlich 50% aller Gremiensitze für Frauen – hat sich nahezu erfüllt (siehe black box Nr. 215, Januar 2011). An der Spitze zahlreicher Filmförderinstitutionen stehen Frauen (Petra Müller in Nordrhein-Westfalen, Kirsten Niehuus in Berlin-Brandenburg, Gabriele Röthemeyer in Baden-Württemberg, Eva Hubert in Hamburg-Schleswig-Holstein, Maria Wismeth in Hessen, Sabine Matthiesen in Mecklenburg-Vorpommern). Und dennoch: Im August 2012 vergab die FFA 4,5 Mio. Euro Projektförderung für 17 Kinofilme, die ausschließlich von Männern realisiert werden. Im September 2012 förderte die Film- und Medienstiftung NRW 30 Projekte mit 5,4 Mio. Euro, bei denen ausschließlich Männer Regie führen. Einzelfälle?

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Die deutsche Filmkomödie: Ein Problem mit zwei Wahrheiten!

Filmpolitischer Informationsdienst Nr. 232, März 2013

Von Frank-Peter Lenze

Das Filmbüro NW versuchte im Dezember letzten Jahres mit dem Symposium „Nichts zu lachen – Glanz und Elend der deutschen Filmkomödie“ zu ergründen, warum die deutsche Filmkomödie im eigenen Land zwar immer als „das schwierigste Genre überhaupt“ bezeichnet und als „Königsdisziplin“ angesehen wird, sich aber auf der anderen Seite immer den Vorwurf de…

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Mehr Originalstoffe für Kinderfilme

Devid Striesow ist begeistert. Endlich wird die wahre Geschichte des legendären 9. November 1989 erzählt, und das aus der Sicht von Kindern aus der DDR. Für die phantasievolle Geschichte von Sputnik, dem Regiedebüt von Markus Dittrich, stand der Wahlberliner in der Altmark neben Yvonne Catterfeld, Andreas Schmidt und einer Reihe talentierter Nachwuchsdarsteller vor der Kamera. Die MDM fördert die europäische Koproduktion mit 600.000 Euro, der MDR ist als Sender dabei. Der Film ist eines der ersten Zeichen für die Wiederbelebung eines Genres, das auf heimischen Leinwänden und auf dem Bildschirm am Aussterben ist. Kaum ein Produzent wagt sich noch an die Realisierung von Original-Stoffen für Kinder. Denn Filme, die nicht auf erfolgreichen Büchern beruhen, haben es schwer ihr Publikum zu finden – egal ob sie abenteuerlich an den Alltag der Kinder anknüpfen wie Friedrich und der verzauberte Einbrecher oder Der Dolch des Batu Khan oder wie Wintertochter und Blindgänger einfühlsame Dramen erzählen. An der Kinokasse brechen sie oft ein, auch weil sie wie alle Kinderfilme kaum Beachtung in der Kritik finden, wie Uschi Reich, Produzentin von Adaptionen wie Bibi Blocksberg, beobachtet hat.

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Wer hat Angst vor Serientätern

Unsereiner ist ja groß geworden mit dem guten Gewissen dass Kino klug macht und Fernsehen doof ist. Bis auf die Sportschau, Dominik Graf, Harald Schmidt und einige Tatorte natürlich. Dann war da noch das nervige Zwischenspiel mit Video und CD – und jetzt, da sich alle endgültig auf youtube und bei facebook zu Tode amüsieren, soll auf einmal Schluss mit den ehernen Gewissheiten sein. Ja, selbst die Fundamentalisten unter den Gegnern des US-Bilder-Imperialismus konstatieren, dass amerikanische TV-Serien an große Literatur gemahnen und sogar so etwas wie Konzentration verlangen und kein Bügeln nebenbei. Nur noch bildungsferne Sofakartoffeln gehen ins Popcorn-Kino, finden 3D-Spektakel, Fantasy und Videospiel-Verfilmungen eine Augenweide und glotzen auf die Liegestütze der Bohlens und Lanzens. Der coole Avantgardist fühlt sich bei Mad Men, den Sopranos oder The Wire zuhause. Als lässiger Serienjunkie fährt er ein Designer-Bike, hat als Austausch-schüler in Maine Englisch gelernt, spielt mit einem schnieken Apple-pod – und zieht sich seinen US-Serien-Stoff spätestens seit 24 und Sex in the City entweder von der DVD oder aus dem Netz. Selbst Intellektuelle haben auf einmal wieder Tele-Visionen und die knurrigsten Kultur-Spaßbremsen widmen sich in langen Feuilleton-Elogen mit einem Enthusiasmus Six Feet Under , The News Room, Game of Thrones, West-Wing… der früher einmal für Werner Herzog oder große Literatur reserviert war. Christoph Dreher beschrieb die „broadcast literature“ als „komplexe und profunde Werke, die zum ersten Mal in der Filmgeschichte so etwas wie ein Äquivalent zu großen epischen Romanen der Weltliteratur darstellen“ (Spex 07/2007). – Barbara Schweizerhof formulierte schon vor zwei Jahren, dass The Wire „weniger eine Polizeiserie als vielmehr der Roman einer Stadt“ ist (Gesendete Literatur, in: Der Freitag, 06.08.2010).

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Revolution auf Raten

Revolution auf Raten Von Gabriele Leidloff und Max-Peter Heyne Ein Jahr voller lebhafter Diskussionen über die zunehmende Dynamik der digitalen Revolution geht zu Ende, und es ist abzusehen, dass die Film- und Fernsehbranche auch in 2015 viel und oft über

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Artisten in der Zirkuskuppel: 40 Jahre Regieverband

Vor 40 Jahren wurde in der Kantine der Bavaria Film in München der Bundesverband der FernsehFilmregisseure e.V. gegründet. Heute zählt der BVR mit mehr als 700 Mitgliedern zu den größten Verbänden der Filmbranche. Aus Anlass des Gründungsjubiläums traf die black-box-Herausgeberin

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Förderung essen Produzenten auf

Vor allem die unabhängigen mittleren und kleineren Produzenten, das Gros der Branche, sind in unserem bisherigen Fördersystem entkapitalisiert worden. Dies passierte letztlich nur durch die in Europa ansonsten weitgehend unbekannten geforderten Eigenmittelanteile, die aufgrund des fehlenden heimischen Marktes (Lizenzen müssen im Normalfall zur Finanzierung verwendet werden) nicht mehr recoupt werden konnten. So sind die Produzenten letztendlich in eine Notlage gedrückt worden – das zeigen die aktuellen Studien der Produzentenallianz und der AG Dok. In dieser Notlage fallen dann Entscheidungen über das, was in Deutschland produziert wird, nicht mehr in den kreativen Produktionsfirmen, sondern in anonymen Fördergremien, in denen vor allem die Fernsehanstalten ihr Produkt mitfördern lassen. Die inhaltlichen Entscheidungen fallen darüber hinaus in den Verleihfirmen, in denen sich das Kapital der Branche heute befindet. Damit ist der player in der Branche an die Wand gedrückt worden, der bis vor 10-15 Jahren über die Inhalte entschied, allerdings auch immer das gesamte Herstellungsrisiko hatte. Der unabhängige Produzent, die Produzentin von heute hat im Prinzip nur noch das Herstellungsrisiko, lebt aus der Herstellung. Der Produzent fällt seine Entscheidung für ein bestimmtes Projekt danach, was in den Förderungen geht, was im Sender geht, vor allem aber sieht er zu, wie er am schnellsten wieder an cash flow kommt, weil er nur noch von cash flow zu cash flow hetzt. Das führt zu einer kreativen Stagnation. Auftragsproduktion allerorten.

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Alle Macht den Künstlern

Zur Frage nach unserer Haltung: Wir verschweigen nicht, dass wir den andauernden neo-liberalen „Klassenkampf von oben“ ablehnen. Wir verschweigen nicht, dass wir der Ansicht sind, dass der Kapitalismus ein zweites Mal gezähmt werden muss. Wir verschweigen nicht, dass wir die allumfassende Ausrichtung des Duopols ARD/ZDF auf totale Massenattraktivität, auf die Diktatur der Quote ablehnen. Wir sagen: Am Drehbuch für Bretton Woods II würden wir mitschreiben. Wir sagen: Die Reduktion einer Vielzahl von Förderinstitutionen auf die Funktion „Cash Cow für den Landeshaushalt“ muss revidiert werden. Wir sagen: Die Auslieferung ganzer Studentengenerationen an einen unregulierten Markt muss beendet werden. Ich könnte hinzufügen: Die Filmhochschulen müssen wieder Orte der Kulturellen Alterität werden, Schauplätze des Ganz Anderen, Spielplätze zur Herstellung von Erzählwerken, denen der Anspruch innewohnt, „ästhetische Gebilde und damit gestaltete Wahrheit zu sein“ – Originalton Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, L.A. 1944.

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