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Alle Macht den Künstlern

Zur Frage nach unserer Haltung: Wir verschweigen nicht, dass wir den andauernden neo-liberalen „Klassenkampf von oben“ ablehnen. Wir verschweigen nicht, dass wir der Ansicht sind, dass der Kapitalismus ein zweites Mal gezähmt werden muss. Wir verschweigen nicht, dass wir die allumfassende Ausrichtung des Duopols ARD/ZDF auf totale Massenattraktivität, auf die Diktatur der Quote ablehnen. Wir sagen: Am Drehbuch für Bretton Woods II würden wir mitschreiben. Wir sagen: Die Reduktion einer Vielzahl von Förderinstitutionen auf die Funktion „Cash Cow für den Landeshaushalt“ muss revidiert werden. Wir sagen: Die Auslieferung ganzer Studentengenerationen an einen unregulierten Markt muss beendet werden. Ich könnte hinzufügen: Die Filmhochschulen müssen wieder Orte der Kulturellen Alterität werden, Schauplätze des Ganz Anderen, Spielplätze zur Herstellung von Erzählwerken, denen der Anspruch innewohnt, „ästhetische Gebilde und damit gestaltete Wahrheit zu sein“ – Originalton Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, L.A. 1944.

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Förderer, fördert Talente!

Und doch ist nichts Falsches daran, unser Filmfördersystem generell zu hinterfragen. Es ist sogar dringend notwendig. Soviel steht fest: Förderer sollen das Unmögliche möglich machen. Sie sollen gegenüber der Politik ihre Existenzberechtigung unter Beweis stellen, Standorteffekte nachweisen, die kreative Szene vor Ort pflegen. En détail bedeutet das: Der Produzentenverband möchte ein produzentenorientiertes Kino gefördert haben, die Dokumentaristen verlangen mehr Fördergelder für ihre Projekte, das Arthouse-Kino soll angemessen vorkommen, die Autorenfilmer/innen der ersten Stunde wollen berücksichtigt werden, die künstlerisch orientierten Low-Budget-Filmer ebenfalls, und natürlich soll der Nachwuchs gefördert und außerdem noch ein Zugang für Quereinsteiger freigehalten werden. Kurz: Die Förderer sollen aus der Sicht der Filmbranche – hier: der Antragsteller – die „richtigen“ Förderentscheidungen treffen. Hat ein Filmemacher/Produzent eine Förderung erhalten, ist er natürlich auf die jeweilige Institution gut zu sprechen. Wird sein Antrag abgelehnt, ertönt der Ruf nach strukturellen oder personellen Veränderungen. Und obwohl sehr viel Fördergeld in Deutschland vorhanden ist – für allereicht’s nicht, in Berlin schon gar nicht.

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Oh Mann!

Filmpolitischer Informationsdienst Nr. 234, Juni 2013 Von Ellen Wietstock Zugegeben, es ist sicher nicht einfach, sich etwas Frisches für eine Preisverleihung einfallen zu lassen. Fred Kogel, in diesem Jahr für die Verleihung des Deutschen Filmpreises im Friedrichstadtpalast verantwortlich, wollte eine

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Deutsche Fördermittel nur noch für deutschsprachige Filme?

In der einheimischen Filmproduktion macht sich Martin Moszkowicz eher für die deutsche Sprache stark, insbesondere in der Filmförderung. „Die Projekt-Fördermittel sollten vordringlich für Filme eingesetzt werden, die in deutscher Sprache entstehen und sich auf dem kleinen Binnenmarkt behaupten müssen.“ Wolfgang Börnsen, filmpolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, nahm den Vorschlag auf. „Wir dürfen die Verantwortung für die eigene Sprache nicht vergessen und müssen den Filmschaffenden aus dem eigenen Land mit der Förderung Perspektiven geben.“

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Der deutsche Kinofilm im Fernsehen – unterhalb der Wahrnehmungsschwelle

„Das Kerngeschäft der öffentlich-rechtlichen Sender und die Rechtfertigung ihrer Sonderstellung ist das Programm. Qualitativ wertvolle und kulturell hochstehende Inhalte sind der Grund, warum in Deutschland das ZDF und die ARD-Sender eine auch im internationalen Vergleich beispiellos privilegierte Finanzierung genießen. Ausgerechnet am Programm zu sparen, wenn die Mittel nicht wie früher regelmäßig erhöht werden, gefährdet nicht nur die Erfüllung des Programmauftrags, sondern beschädigt auch die Reputation und die Akzeptanz der Sender bei denjenigen, die die Finanzierung aufbringen: den Bürgerinnen und Bürgern. Wir freuen uns über Bekenntnisse von Sendervertretern, weiter exzellente Stoffe im Bereich Kino fördern zu wollen, beobachten in der Realität aber gegenläufige Tendenzen: Der Finanzierungsanteil der Sender an deutschen Kinofilmen wird 2012 und 2013 vermutlich noch geringer ausfallen als 2011, und die Zahl der deutschen Spielfilme, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in der Primetime gesendet werden, liegt fast unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Und was gesendet wird, muss auf Primetime-Tauglichkeit getrimmt sein.

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